Tolmin - Kobarit (Soča)

Distanz

50 Kilometer

Höhenmeter

1.439 Meter

Montag, 17.09: Anreise

 

Anreise am Tag vor der ersten Tour nach Cividale del Friuli, einem hübschen Städtchen etwa 20 Km östlich von Udine am Rande der Colli und nahe der slowenischen Grenze gelegen; Quartier in der  Locanda al Pomo d‘ Oro, einem netten Familienbetrieb im Zentrum. Für das Auto gibt es ein paar hundert Meter weiter einen Parkplatz. Montags haben leider die meisten Restaurants geschlossen, die Pizzeria Ristorante 4S in das wir schließlich gehen ist ok, aber auch nicht mehr.

 

Dienstag, 18.9.: Tolmin – Monte Nachnoi/Nagnoj – Kobarid – Soča Tal – Tolmin

 

Wir fahren mit dem Auto nach Tolmin im slowenischen Soča Tal und parken nahe der Landewiese der Gleitschirmflieger. Es ist dies eine Sportart, für die diese Gegend prädestiniert scheint, denn die Piloten kommen von weit her. Wir treffen einen Oberösterreicher, der erzählt, dass er regelmässig hier fliegt und erst gestern einen Rundflug über 120 Km über dem Friaul absolviert hat.

 

Wir starten auf einer Höhe von etwa 160 m und die ersten 5 Km geht es entlang einer leicht hügeligen Landstraße bevor wir rechts Richtung Berg abbiegen. Es ist ein schmales Sträßchen, bis auf wenige Stücke aber asphaltiert, das nun wirklich steil bergan führt. Zuerst noch zwischen Wiesen, bald durch Wald, der während der nächsten paar hundert Höhenmeter nur dann und wann Ausblicke in die grüne, hügelige Umgebung zulässt. Alles ist mit Laubbäumen bedeckt, viele Buchen, aber auch Esche, Ahorn, Kastanien. Langsam bewegen wir uns auf der Slowenischen Grenzkammstraße bergan. Mein Freund und Tourenpartner Alois schafft es, durchzufahren. Bei mir macht sich der verletzungs- und motivationsbedingte Trainingsrückstand bemerkbar. Gleich im ersten Teil muss ich zwei Mal absteigen, einmal um eine Pause zu machen, ein weiteres Mal, um das Rad über ein steiles Schotterstück zu schieben. 330 Höhenmeter auf 2,8 Km sind aber auch nicht ohne….

 

Wir kommen an einigen kleinen Höfen vorbei, keine Ahnung, wovon die leben. Später sehen wir noch ein paar Ferienhäuschen. Zwei Autos kommen uns auf der ganzen Strecke bergan entgegen, eines überholt uns, es ist der Briefträger.

 

Später geht es am Berghang entlang, nicht mehr so steil wie zu Beginn, aber, mit einer kurzen Unterbrechung, ständig bergauf, meist im kleinsten Gang. Von links brennt die Sonne, von rechts glüht die aufgeheizte Felswand, in die der Weg gehauen ist. Ein Partisanendenkmal am Wegrand ist ein willkommener Grund stehenzubleiben.

 

In einer Höhe von etwa 950 m wechseln wir auf die Alta Via Valli del Natisone, also auf die italienische Seite der Grenze, entlang der wir uns nach wie vor bewegen. Nach ein paar ebenen Metern ist der asphaltierte Weg plötzlich zu Ende und geht in einen Feldweg mit losem Schotter über, der wieder bergab führt. Wir haben den höchsten Punkt unserer Tour auf 1161 m erreicht.  Hier steht als Teil des ausgeschilderten Weg des Friedens ein Gedenkstein, der an den Durchbruch deutscher Truppen unter Erich Rommel und an die 12. Isonzoschlacht (Isonzo = Soča) im Oktober 1917 erinnert. Hier wechseln wir wieder auf die Nordseite des Kammes und damit nach Slowenien, ohne dass man davon etwas bemerkt. Es fällt uns nur auf, dass plötzlich viele Nadelbäume zu sehen sind.

 

Nach einer Rast zur Stärkung geht es noch ein kurzes Stück auf dem erwähnten Feldweg, der die Verlängerung der Alta Via Valli del Natisone auf slowenischer Seite ist, bis dieser wieder in die Slowenische Grenzkammstraße mündet.

 

Es folgt eine lange Abfahrt in das Soča Tal. Leider ist der Asphalt auf den ersten 5 Kilometern sehr schlecht und mit Frostaufbrüchen übersät; dann wird es besser und wir können streckenweise die Geschwindigkeit auskosten, denn Verkehr gibt es auch hier kaum. Was es aber auch hier gibt, sind Hütten, in denen offenbar Futter für die Tiere aufbewahrt wird. Während sie in Österreich üblicherweise aus Holz sind, ist es hier häufig Steinmauerwerk, oft kombiniert mit Holz. Was aber kaum einmal fehlt ist Wellblech oder Welleternit, sei es fürs Dach oder die Wände. Das scheinen in Slowenien (bzw.  Jugoslawien, denn aus dieser Zeit stammen sie noch) gut verfügbare und günstige Baustoffe gewesen zu sein.

 

In Kobarid machen wir eine Pause auf der Terrasse eines Cafés, da genau gegenüber auf der anderen Straßenseite die Landewiese für Gleitschirmflieger ist, wo gerade ein internationaler Bewerb im Punktlanden stattfindet. Je nach Wind kommen die Gleitschirme über unserer Terrasse oder seitlich davon hereingeschwebt. Es ist bewundernswert, wie präzise manche den Zielpunkt ansteuern können!  Alois, der selber auch geflogen ist, bekommt ganz feuchte Augen vor Sehnsucht… ;-)

 

Schließlich gibt es noch eine wunderschöne Fahrt durch das Soča Tal zurück zu unserem Ausgangspunkt Tolmin. Zwar fährt man nicht direkt am Fluss, aber die Wege sind oft malerisch und die Sträßchen kaum von Autos befahren.

 

Da das Restaurant, das unserem Hotel angeschlossen ist, den ganzen September geschlossen hat, gehen wir auf Empfehlung ins Ristorante Alla Frasca, wo wir noch auf der geschützten Terrasse im T-Shirt zu Abend essen können. Ich wähle eine Platte mit Variationen vom Steinpilz (Tagliatelle mit Steinpilzen und Speck, gebratene Steinpilze, die Kappe eines Steinpilzes gegrillt auf Polenta, …), Alois eine mit Fisch und Meeresfrüchten; beide schmecken ausgezeichnet und auch der Hauswein, ein Tokai Friulano, ist deutlich besser als am Vorabend.

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